die Onleihe OWL. Insekten essen

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Insekten zu essen ist nicht so abwegig, wie viele hierzulande denken mögen. Sie sind in etlichen Regionen der Welt sogar ein wesentlicher und regelmäßiger Bestandteil der Ernährung. Sie haben einen hohen Proteingehalt und liefern gehaltvolle Nahrung, und das bei niedrigen Umweltkosten. Und schmackhaft sind sie auch noch. Die Landmasse ist limitiert, die Ozeane sind überfischt. Der Klimawandel hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion. Wir müssen uns ernsthafte Gedanken darüber machen, was wir essen und wie wir es produzieren. Während die Menschen in weniger entwickelten Ländern höchst vielfältige Nahrungsquellen nutzen, unter anderem auch verschiedenste Arten von Insekten, beschränken wir in den Industrienationen uns auf die "westliche Diät": eine energiereiche, jedoch nährstoffarme Kost, die eher den Gesetzmäßigkeiten des Marktes und der Wirtschaft folgt als biologischen oder ökologischen Prinzipien. Seit 2018 ist der Verkauf von Insekten auch in der EU geregelt. Mittlerweile halten mit ihnen hergestellte Nahrungsmittel auch Einzug in unsere Supermärkte. Ihr Verzehr leistet einen wichtigen Beitrag dazu, den Einfluss von Nahrung auf unsere Umwelt zu verbessern. Das Einzige, was uns im Weg steht, ist die Art und Weise, wie wir Insekten wahrnehmen.

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Florian Schweigert ist Ernährungswissenschaftler und Veterinärmediziner. Er ist Professor für Physiologie und Pathophysiologie der Ernährung an der Universität Potsdam.

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